Landestourismusverband Sachsen - LTV
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Rechtswissen praktisch erklärt: Reiserecht, Datenschutz und IT-Sicherheit

Rückblick zur Informationsveranstaltung für sächsische Touristinformationen 2019

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Wer mit dem Auto fährt, schnallt sich an. Schließlich ist uns die eigene Sicherheit wichtig. Dennoch kann ein wenig Unterstützung in derlei Dingen nie schaden. Und deshalb lädt der LTV SACHSEN einmal jährlich zur Informationsveranstaltung für Touristinformationen ein. In diesem Jahr schnürte der Verband ein wahres Sicherheitspaket aus den brandaktuellen Themen: EU-Pauschalreiserecht, Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und Cybercrime. Zur inzwischen 7. Auflage der Veranstaltung kamen 80 MitarbeiterInnen aus den sächsischen Touristinformationen am 16. April 2019 nach Dresden.
Hier geht´s zu den Impressionen des Tages
 
 

Ja zu Europa. Nein zu einem Übermaß an Bürokratie.

Begrüßung durch den Verbandsdirektor Manfred Böhme

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Die europäischen Themen der Tagesordnung und der verheerende Brand des Pariser Wahrzeichens Notre Dame am Vorabend bewegten den Direktor des LTV SACHSEN in seinem Grußwort zu einem klaren Bekenntnis für Europa. So wäre etwa ein ungeregelter Brexit für den deutschlandweiten und folglich auch den sächsischen Tourismus deutlich spürbar. Manfred Böhme appellierte nicht zuletzt auch deshalb an die Verantwortlichkeit der Anwesenden im Hinblick auf das anstehende Superwahljahr. Zugleich konstatierte er, dass sowohl das neue EU-Pauschalreiserecht sowie die Europäische Datenschutz-Grundverordnung klein- und mittelständische Unternehmen aber auch die sächischen Touristinformationen vor große Herausforderungen stellt. Hierzu bedarf es eines dringenden Bürokratieabbaus.

 
 

Die Qualitäts-Stars im Rampenlicht

Auszeichnung durch den LTV SACHSEN

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Auch Qualitätsstars standen im Rahmen der Veranstaltung wieder im Rampenlicht. Der LTV Sachsen gratuliert dem Tourist-Info Büro Altenberg zur i-Marke des Deutschen Tourismusverbandes, der Tourist-Information Bautzen-Budyšin sowie dem Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge zur ServiceQualität Deutschland, Stufe II.
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Qualitätsinitiativen
 
 

EU-Pauschalreiserecht: Fallstricke und praktische Lösungen für Touristinformationen

Rechtsanwalt Sven Gläser

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Die Gesetzgebung zum EU-Pauschalreiserecht, die seit Juli 2018 gilt, soll Verbraucherrechte stärken. Für die Touristinformationen bringt sie jedoch zahlreiche knifflige Neuerungen mit enormem Arbeitsaufwand mit sich in Bezug auf das Anbieten und Vermitteln von Pauschalen und verbundenen Reiseleistungen. Entsprechend sorgten die Vortragsinhalte des Referenten Sven Gläser, der als Jurist u. a. für den DTV tätig ist, für reichlich Diskussionsstoff.
 

Das EU-Pauschalreiserecht ab 2018 – ein Kurzabriss zum §§ 651 a ff.

Unterschieden werden vier Reiseleistungen, drei Hauptleistungen (1) Beförderung, (2) Beherbergung oder (3) Vermietung von Kraftfahrzeugen sowie die vierte Rubrik Sonstige Leistungen, darunter fallen Ausflüge, Ticketverkauf, Verleih von Sportausrüstung etc.
  • Eine Pauschale liegt vor, wenn mindestens zwei Hauptleistungen in Kombination zum Zweck derselben Reise an einen Gast verkauft werden, ganz gleich ob es sich um Angebote der TI oder eines Fremdanbieters handelt.
  • Vermitteln Sie einem Gast innerhalb von 24 Stunden zwei Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise ist Vorsicht geboten. Nach neuer Gesetzgebung kann eine verbundene Reiseleistung vorliegen.
  • Das Pauschalreiserecht gilt nicht u. a. für Tagesreisen unter 24 Stunden oder einmalige jährliche Vereinsreisen.
  • Vermittelt eine TI eine Reiseleistung im Rahmen einer Pauschale oder verbundenen Reiseleitung besteht Informationspflicht gegenüber dem Kunden, indem die TI schriftlich erklärt, dass sie nur Vermittler der Reiseleistung(en) und rechtlich nicht haftbar ist.
  • Nimmt eine TI Gelder für Vermittlertätigkeiten einer Fremdleistung im Rahmen einer verbundenen Reiseleistung entgegen, muss dem Gast ein Sicherungsschein ausgehändigt werden, der im Insolvenzfall der TI dem Gast als Versicherung und Zahlungssicherheit gilt.
  • Umsicht ist auch bei Nutzung eines Onlinebuchungsverfahrens für verbundene Reiseleistungen geboten.
  • Zur eigenen Absicherung werden Buchungsvorgänge bestenfalls dokumentiert.    
Detaillierte Informationen zum Reiserecht finden Sie hier!
 
 

EU-Datenschutzgrundverordnung: Anforderungen im Umgang mit personenbezogenen Daten

Rechtsanwalt Sven Gläser

Auch das Thema Datenschutz hatte es in der zweiten Tageshälfte in sich. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) regelt europaweit einheitlich den Umgang von Unternehmen mit personenbezogenen Daten. Womit der Gesetzgeber millionenschwere Konzerne bei Verstößen richtigerweise in die Schranken weist, damit haben KMU vielerorts zu kämpfen, auch Touristinformationen. Welche Grundsätze gelten, damit Daten sicher verwaltet und genutzt werden können? Welche Verpflichtungen sind im E-Mail-Marketing bindend und wann braucht es einen festangestellten Datenschutzbeauftragten – solche und viele weitere Fragen wurden ebenfalls von Sven Gläser, der zugleich als zertifizierter Datenschutzbeauftragter unterwegs ist, beantwortet.
 

Kurzes Fazit DSGVO für personenbezogene Daten

  • Das Erheben, Verarbeiten und Nutzen personenbezogener Daten ist grundsätzlich verboten – es sei denn, Sie haben eine Erlaubnis.
  • Die Erlaubnis muss freiwillig erteilt worden sein.
  • Informieren Sie Ihren Gast, zu welchem Zweck Sie seine Daten benötigen.
  • Erheben Sie keine überflüssigen Daten, sondern nur die für den benannten Zweck notwendigen.
  • Überprüfen Sie, wie lange Sie Daten speichern dürfen.
  • Behandeln Sie die gespeicherten Daten vertraulich.
  • Gewährleisten Sie die Sicherheit von Daten durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen.
  • Im Falle von Vernichtung, Verlust oder Offenlegung der Daten gegenüber Unbefugten sind Sie verpflichtet, die zuständige Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden zu informieren.
  • Bei Verstößen gegen die DSGVO droht ein Busgeld bis zu 4 Prozent Ihres Vorjahresumsatzes.
 

Cybercrime aus polizeilicher Sicht - Phänomene und Bedrohungslagen

Kriminalkommisar Eric Fischer

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Datenklau statt Datenschutz hieß es schließlich ergänzend im Vortrag von Eric Fischer, der als Kommissar für das Landeskriminalamt Sachsen im „Cybercrime Competence Center“ arbeitet. Denn Hackerangriffe, ob auf die Bundesregierung, einzelne Politiker, Chemiekonzerne, mittelständische Unternehmen oder Privatpersonen sind im digitalen Zeitalter an der Tagesordnung. Auch Touristinformationen können sich nicht in Sicherheit wähnen, wenn Hackeranleitungen auf Youtube selbst für 12-Jährige verständlich aufbereitet sind. Häufigste Ursache für Datendiebstahl sind keine technischen Sicherheitslücken, sondern menschliches Fehlverhalten, das den Dieben Tür und Tor öffnet. Große wirtschaftliche und private finanzielle Schäden können die Folge sein. Doch so ernst das Thema auch ist, Eric Fischer sensibilisierte die Teilnehmer humorvoll und mit zahlreichen Fallbeispielen.
 

Aktuelle Cyber-Phänomene und wie Sie sich schützen

  • Großflächige Angriffe per Mail via Phishing und SPAM sind bekannt. Sie erhalten etwa eine E-Mail, die sie durch einen interessanten oder wichtigen Sachverhalt dazu bringen soll, einem Link zu folgen oder einen E-Mail-Anhang zu öffnen. Bei Klick laden Sie die Schadsoftware auf ihr Smartphone oder ihren Computer.
  • Pishing ist eine englische  Wortkombination aus Passwort und fishing / angeln. Phishing-Betrüger fälschen z. B. E-Mails und Internetseiten, statt Passwörter zu knacken. Mit immer neuen Tricks gelangen sie an vertrauliche Daten wie Passwörter, Zugangsdaten oder Kreditkartennummern, die ihnen die Nutzer freiwillig oder unbemerkt preisgeben.
  • Business Email Compromise nennt man das Vortäuschen per Mail einer persönlichen Beziehung zum Opfer. So klinken sich Hacker bspw. in einen Mailverkehr und täuschen Geschäftspartnern vor, der jeweils andere zu sein.
  • Bei einer digitalen Erpressung mittels Verschlüsselungstrojaner – was besonders leicht über Word-Dokumente funktioniert – werden Daten auf infizierten Computern gegen ein Lösegeld verschlüsselt. Um auf der sicheren Seite zu sein, bitten Sie E-Mail-Partner lieber um PDFs.
  • Haben Sie einen Verdacht für eine Cyber-Attacke, sollten Sie alle Informationen dazu festhalten und die in Ihrem Unternehmen festgelegten Meldewege einhalten.
  • Die zentrale sächsische Ansprechstelle Cybercrime für Unternehmen, Verbände und Behörden des Freistaates Sachsen nimmt Ihren Sicherheitsvorfall entgegen und berät Sie unter Telefon: 0351 855 3226 oder E-Mail: zac.lka@polizei.sachsen.de.
 
Sie konnten leider nicht mit dabei sein? Kein Problem, sprechen Sie uns einfach an. Gern stellen wir Ihnen die Handouts der Vorträge zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin beim LTV SACHSEN
Mandy Eibenstein
Referentin Qualität, Bildung & Innovation
Telefon 0351 49191-20
Email eibenstein@ltv-sachsen.de
 
Messering 8 - Haus F
01067 Dresden
Tel.: 0351 49191-0
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